Über Prostatakrebs2018-09-27T08:16:50+00:00

Eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Jeden Tag erhalten ca. 164 Männer in Deutschland die Diagnose Prostatakrebs.
Zurzeit werden im Land weit mehr als 300.000 Patienten wegen dieser Krankheit behandelt. Somit ist es Deutschlands häufigste Form von Krebs, obwohl nur Männer daran erkranken können.

Die Krankheit hat viele verschiedene Formen. Bei manchen Patienten ist Prostatakrebs eine sehr ernsthafte Erkrankung, die eine aggressive Behandlung erfordert. Bei anderen hingegen entwickelt sich die Krankheit langsam und muss lediglich überwacht werden.

Patienten, die die Diagnose Prostatakrebs erhalten, reagieren sehr unterschiedlich. Wie auch immer man die Diagnose aufnimmt, so besteht ein großes Risiko, dass sich im Laufe der Zeit Niedergeschlagenheit und Depressionen entwickeln. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass die Betroffenen Schwierigkeiten damit haben, über die Erkrankung und über ihre Gefühle zu sprechen. Dies wirkt sich auf den Patienten selbst und auf seine Angehörigen aus. Doch gerade die Angehörigen spielen eine wichtige Rolle – sowohl zur praktischen und emotionalen Unterstützung als auch dabei, die Informationen zu verstehen und einzuordnen, die dem Patienten vom Gesundheitssystem zur Verfügung gestellt werden.

Es ist schwierig, genau vorherzusagen, wie sich Prostatakrebs entwickelt.
Bei einigen Patienten wächst der Krebs sehr schnell, aber bei der überwiegenden Mehrheit verläuft die Krankheit langsam. Im Vergleich zu anderen Krebsarten ist Prostatakrebs oft örtlich (lokal) begrenzt und hat noch keine Absiedlungen (Metastasen) gebildet. Wenn er sich dann noch als wenig aggressiv herausstellt, erfordert Ihr Krebs überhaupt keine Behandlung, sondern nur regelmäßige Kontrollen.

Natürlich ist es besser, wenn man keinen Krebs hat, aber das Problem bei Prostatakrebs sind die schweren Nebenwirkungen nach der Entfernung der Prostata, von der mehr als die Hälfte der behandelten Männer betroffen ist.

Etwa die Hälfte der operierten Männer wird impotent; etwa ein Fünftel leidet an Harninkontinenz. Der Grund dafür ist, dass beim Entfernen des Prostatakrebses ein hohes Risiko besteht, Nerven und Gewebe zu beschädigen, die für die Erektion oder zur Kontrolle des Harndrangs notwendig sind.
Auch eine Bestrahlung führt zu Nebenwirkungen, die die Lebensqualität des Patienten beeinträchtigen. Aufgrund des hohen Risikos von Nebenwirkungen einer Behandlung ist der Patient an deren Auswahl beteiligt.

Zusammen mit dem Urologen erwägt man das weitere Vorgehen. Dabei werden viele Parameter abgewogen:

  • Gleason-Score, allgemeiner Gesundheitszustand, Alter, PSA- und Tumorstatus.

Dennoch ist es oft schwierig zu beantworten, ob behandelt werden soll oder nicht.

Prostatype wurde entwickelt, um für diese Entscheidung zusätzliche Informationen bereitzustellen. Prostatype misst genetische Informationen und errechnet zusammen mit anderen Informationen, wie aggressiv der Krebs tatsächlich ist. Dadurch erhalten Arzt und Patient für die Entscheidung über die Behandlung die besten und sichersten Informationen, die möglich sind.

Dies ist vor allem wichtig, damit nicht versäumt wird, bei aggressivem Krebs die sofort erforderliche Behandlung einzuleiten. Es schützt aber auch davor, unnötigerweise eine aggressive Behandlung durchzuführen, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Hier können Sie mehr darüber erfahren, wie Prostatype funktioniert.

Nach der Entscheidung

Viele Patienten mit Prostatakrebs können mit dem Krebs wie gewohnt weiterleben. Bei ihnen wird regelmäßig überprüft, wie sich der Krebs entwickelt (sogenannte aktive Überwachung). Irgendwann wird sich diesen Patienten vielleicht erneut die Frage stellen: Behandeln oder nicht behandeln?

Andere Patienten benötigen eine aktive Behandlung oder entscheiden sich für eine solche. Diese kann Operationen, Bestrahlungen, Zytostatika („Chemotherapie“) oder Hormonbehandlungen umfassen.

Auch nach der Behandlung besteht weiterhin Kontakt zum Arzt, nämlich zur Nachsorge sowie für Maßnahmen, die die Nebenwirkungen und negative Auswirkungen der jeweiligen Behandlung begrenzen. Die Zeit der Behandlung kann mitunter sehr schwierig sein, und die Unterstützung durch Angehörige ist sehr wichtig. Oftmals gehört eine Hormonbehandlung zur Behandlung, die die Stimmung und die Persönlichkeit verändern kann, was sowohl für den Betroffenen als auch für seine Angehörigen belastend sein kann.

Wie auch immer Sie sich entscheiden, den Kampf gegen Ihren Prostatakrebs zu führen: Sie sollten nie vergessen, dass Sie nicht allein sind. Hunderttausende sind zurzeit entweder selbst betroffen oder Angehörige von Patienten. Viele erfahren wichtige Unterstützung voneinander: im Internet, in Gesprächsgruppen und bei verschiedenen Arten von Veranstaltungen.

Hier finden Sie Links zu weiteren Informationen und Kontakten:

www.krebsinformationsdienst.de

www.krebsgesellschaft.de

www.apotheken-umschau.de

www.gesundheitsinformation.de

Prostatakrebs

Der Weg zur Diagnose

Symptome von Prostatakrebs können Schwierigkeiten beim Harnlassen oder Schmerzen im Beckenbereich sein. Häufig macht sich der Krebs im frühen Stadium jedoch überhaupt nicht bemerkbar.

Die häufigsten medizinischen Methoden zur Erkennung von Prostatakrebs sind:

PSA – eine Blutprobe, bei der ein prostataspezifisches Antigen im Blut gemessen wird.
Erhöhte Werte können auf Krebs hinweisen, aber auch auf andere Krankheiten.
Leider ist der PSA-Test relativ unspezifisch und liefert oft ein unsicheres Ergebnis, das weiterverfolgt werden sollte.
Palpation – der Arzt tastet mit dem Finger durch das Rektum die Prostata ab und kann feststellen, ob es Veränderungen an der Prostata gibt.
Ultraschall – ein bildgebendes Verfahren, das die Prostata darstellt.
Biopsie – der Arzt entnimmt mikroskopische Proben des Prostatagewebes und kann durch Analyse des Gewebes eine korrekte Diagnose stellen.

Der Biopsie- oder Gewebetest selbst liefert jedoch keine Informationen zur Prognose, also zur Frage, ob der Tumor aggressiv oder nicht aggressiv ist.

Der Weg zur Behandlung

Wenn bei Ihnen Krebs diagnostiziert wird, ist der nächste Schritt, zu entscheiden, ob er behandelt werden soll oder nicht.
Dazu sollten so viele ergänzende Informationen wie möglich gesammelt werden:

Gleason-Score: der Pathologe, der die Prostata-Gewebeprobe mikroskopisch analysiert, bewertet den Charakter des Krebses mit einer Maßzahl, die auf dem Aussehen und der Verbreitung der Krebszellen basiert.
Wenn der Gleason-Score bei 6, 7 oder 8 liegt, kann Prostatype Ihnen und Ihrem Arzt sehr wahrscheinlich wertvolle Zusatzinformationen liefern, die bei der Entscheidung helfen, ob bzw. welche Behandlung  angeraten ist.
Ausbreitung: der Urologe versucht zu bestimmen, ob sich der Krebs auf die Prostata beschränkt oder sich im Gewebe neben der Prostata beziehungsweise weiter in den Körper ausgebreitet hat.
Krebserkrankungen werden in die Kategorien T, N und M eingestuft.
Andere Faktoren: bei der Entscheidung über die Art der Behandlung werden beispielsweise Alter, Gesundheitszustand und die Wünsche des Patienten berücksichtigt.
Prostatype: ein innovativer und moderner Gentest, der Ärzten und Patienten für die Entscheidung über die Art der Behandlung zusätzliche Informationen über die Gefährlichkeit des Krebses bietet. Mehr über Prostatype.

Behandlungen

Sie können in drei Hauptgruppen unterteilt werden:

Beobachtendes Abwarten – man behandelt den Krebs nicht, da er im Verhältnis zu anderen Faktoren wie Alter oder sonstigem allgemeinen Gesundheitszustand kein Problem darstellt.
Aktive Überwachung – man überprüft den zumeist langsam fortschreitenden Krebs regelmäßig mithilfe von Diagnosemethoden wie PSA-Proben und Gewebeproben.
Kurative Behandlung – man greift aktiv gegen den Krebs ein.
Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten.

Die üblichsten sind:

Radikale Prostatektomie – die Prostata wird entfernt.
Es ist eine komplizierte Operation, die mit oder ohne Roboterunterstützung durchgeführt werden kann.
Es besteht ein hohes Risiko, dass Nerven beschädigt werden, die die Erektion und das Urinieren regulieren.
Strahlentherapie – ein Programm mit regelmäßiger verschiedenartiger Bestrahlung.
Auch bei dieser Art der Behandlung besteht ein hohes Risiko von Nebenwirkungen.
Hormonbehandlung – schwerere Ausprägungen von Prostatakrebs können verzögert werden, indem der Zugang zum Hormon Testosteron blockiert wird.

Auch eine Hormonbehandlung ist oft mit Nebenwirkungen und negativen Auswirkungen verbunden.